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ahavta - begegnungen sagt Reuven Rivlin Schalom & Toda

ahavta - begegnungen
ahavta - begegnungen sagt Reuven Rivlin Schalom & Toda
Von Ricklef Münnich • Ausgabe #49 • Im Browser ansehen
Gestern hat Itzchak Herzog in einem bewegenden Tag der Zeremonien sein Amt als 11. Staatspräsident Israels von Reuven Rivlin übernommen. Er ist fast genau 21 Jahre jünger als sein Vorgänger. Durch seine Familie ist er freilich genauso tief verwurzelt in Israels Geschichte. Schon sein Vater Chaim bekleidete das Amt von 1983 bis 1993 als sechster Staatspräsident; sein Großvater Isaak HaLevy Herzog war ab 1937 aschkenasischer Oberrabbiner im britischen Mandat Palestine und dann im Staat Israel.
Heute aber soll vor allem Reuven Rivlin von ahavta - Begegnungen ein farewell gesandt werden.

Was du Sonntag bei ahavta+ versäumt hast…
…jedenfalls, wenn du noch kein Abonnent des Mitgliederbriefes bist – was du sofort hier ändern kannst und Zugriff auf alle Ausgaben bekommst:
  • Was David Rokeah in seinem Gedicht „Paul Celan“ über den Dichterfreund schrieb;
  • warum Judenfeindschaft „unmöglich“ ist;
  • wie Gabriel Strenger den 119. Psalm auslegt;
  • was in der fünften Gesprächsrunde „unter dem Feigenbaum“ gesagt wurde.
Ein Bier auf Reuven Rivlin
Als Hommage an Israels scheidenden Präsidenten hat die Malka Brauerei in Zusammenarbeit mit dem beliebten „Hipstory“-Karikaturisten Amit Shimoni ein Ruvi-Bier in limitierter Auflage herausgebracht. Das Flaschenetikett stellt Rivlin mit Strohhut und gelb gestreiftem Poloshirt vor; auf seiner Brust und seinem Arm sind Tätowierungen zu sehen. Die Edition lässt ahnen, wie angesehen Rivlin in seinem Amt gewesen ist.
Lechajjim mit einem hellen Ruvi-Ale
Lechajjim mit einem hellen Ruvi-Ale
Gestern wurde jedoch auch ein würdigeres Abbild des Staatspräsidenten eingeweiht.
Büste Reuven Rivlins von der Bildhauerin Sigalit Landau in der „Allee“ der Präsidenten in deren Jerusalemer Residenz
Büste Reuven Rivlins von der Bildhauerin Sigalit Landau in der „Allee“ der Präsidenten in deren Jerusalemer Residenz
Die Inschrift unter der Büste lautet mit einem Wort Rivlins:
Ohne die Fähigkeit zuzuhören, gibt es keine Fähigkeit zu lernen. Ohne die Fähigkeit zu lernen, gibt es keine Fähigkeit etwas zu bessern.
Er identifizierte vier große „Stämme“ innerhalb der israelischen Gesellschaft – säkulare, national-religiöse, ultra-orthodoxe und arabische Israelis – und er versuchte, eine größere Harmonie zwischen ihnen zu fördern. Er sprach sich für marginalisierte und gelegentlich schikanierte Bevölkerungsgruppen aus und warnte vor parteiischen gegenseitigen Diffamierungen. Dabei ging er gelegentlich bis an die Grenze seiner überwiegend zeremoniellen Rolle des Staatspräsidenten – so etwa, als er im Frühjahr Benjamin Netanjahu mit den Worten „Ich fürchte um mein Land“ anging.
Eigentlich würden Deutschland solche Worte und ein solcher die Versöhnung im gesellschaftlichen Dissens suchender Präsident auch gut zu Gesicht stehen… (siehe dazu unten Ulrich Sahms Artikel) Umso wichtiger, dass Israel diesen hatte!
Das zeigen auch die Sätze, die Jizchak Herzog als erstes an seinem neuen Schreibtisch in einem Brief, den ihm Rivlin geschrieben hatte, zu lesen bekam:
In den kommenden sieben Jahren wirst du die Männer und Frauen kennenlernen, die Bürger Israels sind. Ich sage dir schon jetzt, du wirst sie alle umarmen wollen. Du wirst mit ihnen weinen und mit ihnen lachen wollen. Mit ihnen aufgeregt sein…
Unter den ‘Stämmen’ (Israels), im Schatten der Kontroversen und Brüche, wirst du mutige Menschen finden, die nicht nur über das „Miteinander“ sprechen, sondern es leben. Tag um Tag und Stunde um Stunde. In ihren Häusern leben Rechte und Linke, Juden und Araber, Alteingesessene und neue Einwanderer, Religiöse und traditionell Lebende, Junge und Alte. Menschen aller Glaubensrichtungen, Bereiche und Ethnien. Alle sind sie Israelis. Schön, aufschlussreich und großzügig. Und was für ein Herz sie haben, nicht mit Worten zu beschreiben!
Bundespräsident Steinmeier bei Reuven Rivlin
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war vom 30. Juni bis 2. Juli auf Einladung seines Amtskollegen Reuven Rivlin zum Staatsbesuch in Israel. Er war damit der letzte Staatsgast in Rivlins Amtszeit – nicht nur ein Zeichen der Freundschaft zwischen den beiden Staatsoberhäuptern, sondern auch für den Stellenwert der deutsch-israelischen Beziehungen.
uwe becker
Am Abend Staatsbankett zu Ehren des Bundespräsidenten in der Residenz des Israelischen Präsidenten.Als Gastgeschenk für Präsident Rivlin gab es von Bundespräsident Steinmeier die Zeugnisurkunde von Rivlins Vater von der Universität Frankfurt aus dem Jahr 1926,eine besondere Geste https://t.co/qhpI5tgDaU
Die „Beziehungen zwischen Berlin und Jerusalem sind zwar gut, aber nicht ganz frei von Eintrübungen“, merkte freilich die NZZ an. Der Grund: „Das offizielle Deutschland neigt dazu, die Welt belehren zu wollen. Auch Israel bleibt davon nicht verschont“.
Kritischer noch äußerte sich der Journalist Ulrich Sahm und schrieb gar von einer „diplomatische(n) Blamage“.
Neue und alte Politik
Am kommenden Sonntag wird ahavta+ die ersten Insider-Einblicke in mögliche Linien einer Iran-Politik des neuen israelischen Ministerpräsidenten Naftali Bennett geben.
Arutz Sheva
Israeli PM orders review of whether current situation is better than a return to the Iran nuclear deal and what influence Israel can have. https://t.co/Zuw7eat45Z
Die palästinensische Autonomiebehörde steht hingegen mit einer immer mehr versteinernden und autoritären Politik mehr und mehr mit dem Rücken zur Wand. Ihr innenpolitischer Spielraum wird nach dem Tod des Regierungskritikers und Oppositionellen Nizar Banat immer kleiner. Banat wurde am 24. Juni von mehreren Sicherheitskräften der Palästinensischen Autonomiebehörde verhaftet und nach Augenzeugenberichten mit Schlagstöcken minutenlang zusammengeschlagen; wenig später starb er unter bis heute nicht aufgeklärten Umständen. Selbst sein Grabredner, der Journalist Alaa Rimawi wurde nach der Beisetzung verhaftet.
Die folgenden Demonstrationen in der West-Bank waren die bdeutsamsten seit Jahren. Ob die Legitimitätskrise der Autonomieverwaltung sich zu mehr auswachsen kann, fragt ahavta+ am kommenden Sonntag.
Außerdem schauen wir nach, wie die Situation der Hamas im Gaza-Streifen sieben Wochen nach dem Waffenstillstand im israelisch-palästinensischen Konflikt ist und was sie für Israel bedeutet.
Für heute grüßt dich
herzlich, Dein Ricklef
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Ricklef Münnich

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