ahavta - begegnungen

Von Ricklef Münnich

ahavta - begegnungen sieht sich um

#53・

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Von Ricklef Münnich • Ausgabe #53 • Im Browser ansehen
Was mir in den letzten Tagen aufgefallen ist. Darüber informiere ich dich heute. Also anders als in der vergangenen Woche kein thematischer Schwerpunkt. Danke für dein Interesse!

Als GOTT Fische erschaffen wollte, sprach er zum Meer. Als Gott Bäume erschaffen wollte, sprach er zur Erde. Aber als GOTT den Menschen erschaffen wollte, wandte Er sich an SICH SELBST. So sagte GOTT: „Lasst uns den Menschen machen nach unserem Bild und Gleichnis“.
Wenn man einen Fisch aus dem Wasser fängt, stirbt er; und wenn man einen Baum aus der Erde nimmt, stirbt er auch. In ähnlicher Weise stirbt der Mensch, wenn er sich von GOTT trennt. GOTT ist seine natürliche Umgebung. Du wurdest geschaffen, um in Seiner Gegenwart zu leben.
Erinnere dich daran, dass Wasser ohne Fische immer noch Wasser ist, aber Fische ohne Wasser sind nichts. Der Boden ohne den Baum ist immer noch Erde, aber der Baum ohne Erde ist nichts. Gott ohne den Menschen ist immer noch Gott, aber der Mensch ohne GOTT ist nichts.
(nach Oberrabbiner Raphael Evers)
Was du diese Woche bei ahavta+ lesen könntest
  • Erinnern, wo man herkommt – Gedenktag Tischa BeAw
  • Rabbi Akiva und Napoleon – zweimal Hoffnungsgewissheit
  • Jesus weint – Akiva lacht. Zwei Seiten des Blicks auf den zerstörten Tempel
  • 9. Aw und Israelsonntag – ein wechselvolles Verhältnis
All das kannst du immer noch lesen. Mit einer Mitgliedschaft bei ahavta+. Und mir hilfst du, dich auch künftig zu informieren.
Vom Verschwinden eines Menschen
In der Schoa wurden Millionen Menschen umgebracht, von denen, wenn überhaupt, nur ihr Name geblieben ist. Erst in den letzten Jahren wuchs das Bewusstsein, dass die Vernichtung jüdischen Eigentums – materiellem wie geistigem – in der sogenannten „Arisierung“ schon vor 1939 dazu führte, dass Lebensleistungen und letztlich die Erinnerungen an Menschenleben nahezu vollständig ausgelöscht worden sind.
Dr. med. Josef Löbel war nicht nur ein bekannter Frauenarzt und Künstlerfreund, sondern auch Verfasser zahlreicher populärmedizinischer Bücher, die in 16 Sprachen übersetzt wurden. Fast könnte man ihn als einen Vorläufer des heute so populären Medizin-Kabarettisten Dr. Eckhard von Hirschhausen beschreiben. Doch so bekannt Josef Löbel (1882-1942) zu Lebzeiten auch gewesen ist, nach dem Krieg fiel der „heitere Menschenfreund“, wie ihn Thomas Mann bezeichnete, in ein schwarzes Loch der Erinnerung.
Arisierung und Diebstahl. Der Weg von Knaurs Gesundheitslexikon
Arisierung und Diebstahl. Der Weg von Knaurs Gesundheitslexikon
Aber nicht nur das. Eine wesentliche Leistung von Josef Löbel wurde ihm geraubt. Mit dem 1930 von ihm verfassten „Knaurs Gesundheits-Lexikon“ begründete der Verlag seine überaus erfolgreiche Lexika-Sparte. 1940 erschien das Werk unter dem Verfassernamen „Peter Hiron“, einem Pseudonym. Dahinter verbarg sich ein Arzt, der auch andere Erfolgstitel von jüdischen Ärzten beerbte und nach dem Krieg als Autor fortführte. Der Name des Erst-Autors Josef Löbel tauchte in den Nachkriegsausgaben nie wieder auf.
Vieles trug dazu bei, dass Josef Löbels Name nach dem Krieg einer damnatio memoriae anheimfiel. Diese Umstände und Löbels Weg sowie den seiner Familie grub beinahe im wörtlichen Sinn erst 2018 Prof. Dr. med. Peter Voswinckel aus.
Dr. med. Josef Löbel
Dr. med. Josef Löbel
Auf Vohwinckels reich bebilderte und spannende Dokumentation mit ca. 230 Abbildungen, Dokumenten und Faksimiles, die in diesem Jahr in 3. durchgesehener und ergänzter Auflage herausgekommen ist, hat jetzt der COMPASS Infodienst in einem ONLINE EXTRA aufmerksam gemacht:
Peter Voswinckel: Geraubtes Lexikon als Longseller
Das Beste: Du kannst Peter Vohwinckels Arbeit dank der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie sowohl als gedrucktes Buch wie auch als elektronische PDF-Ausgabe kostenfrei beziehen.
Gestiegener Antisemitismus und Migration
Heute werden Menschen und ihre Werke nicht mehr Opfer eines verordneten und übernommenen Verschweigens. Gleichwohl ist derzeit alles, was sich nur irgendwie mit der Partei AfD verbindet, verpönt – unabhängig von den Inhalten. So kommt es, dass der Vortrag, den der israelische Schriftsteller Chaim Noll am 24. Juni im Deutschen Bundestag vor der Fraktion der Partei hielt, erstaunlich wenig Aufmerksamkeit erfahren hat.
Daher möchte ich dir wenigstens den Hinweis auf seine Rede geben und dir den Weg zeigen, Chaim Noll zuzuhören:
Chaim Noll bei einer Veranstaltung der AfD-Fraktion im Bundestag am 24.06.2021
Chaim Noll bei einer Veranstaltung der AfD-Fraktion im Bundestag am 24.06.2021
Europäische Werte – jüdisch-christliche Wurzeln
Zwar hat mein Info-Brief Leser überall in der deutschsprachigen Welt, aber da ich die Erfurter Vortragsreihe, die im vergangenen Jahr Opfer der Corona-Pandemie geworden ist, damals noch mit konzipiert hatte, möchte ich ausnahmsweise einmal einen regionalen Hinweis geben.
In einer Zeit, in der sich viele Menschen um die Spaltung unserer Gesellschaft sorgen und ein Auseinanderfallen Europas befürchten, tut es gut, sich auf gemeinsame (europäische) Werte zu besinnen. Was aber sind konkret „die europäischen Werte“? Sie speisen sich aus verschiedenen Quellen und zu den ältesten zählen die jüdische und die christliche Religion. Was macht diese Quellen konkret aus und was fließt von ihnen in den europäischen Wertekanon ein?
Mit der Vortragsreihe „Europäische Werte – jüdisch-christliche Wurzeln“, die am kommenden Montag beginnt, soll dieser Frage nachgegangen werden.
So, nun gab es vielleicht von den Wurzeln der Schöpfung bis zu denen unserer heutigen Werte doch so etwas wie einen roten Faden. Ich freue mich, wenn du ihm bis hierher gefolgt bist und grüße dich
herzlich, Dein Ricklef
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Ricklef Münnich

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